Kategorie: Übersichten

Projekte, Werke, Ausstellungen

12:21 / nach Hero von …

Alexandria

Installation 2 Spiegel zwischen 2 Eichen

… Man stelle sich dazu auf die durch ein eingemeißeltes »H« markierte Steinplatte am Weg unter den Spiegeln. Nun richte man den Körper talwärts, hebe beide Arme wie Vogelflügel an und bewege sie rhythmisch auf und ab, dabei schaue man hinauf in den kleineren talseitigen Spiegel und erblickt darin sich selbst von oben, über den größeren Spiegel im Rücken. Ganz wie Ikarus scheint man durch die Luft zu fliegen.

weiterlesen,
Text: U we Claus

Einladung zur Eröffnung Sommerberger Garten in Amorbach 2003

Der Garten liegt im Wald. In Amorbach auf der B 47 von Walldürn kommend nach dem Kreisel die 1. Straße rechts abbiegen und den Bahnübergang überqueren. Dann Richtung Neudorf wieder rechts ab. Nach dem Ortsausgang Richtung Neudorf am Straßenrand parken.  Nun zu Fuß zum kleinen Parkplatz links die Straße (anfangs noch geteert) in den Wald hinauf. Nach dem großen Fliegenpilz noch 200 Meter in Richtung Gotthards Ruine. Der Eingang zum Sommer Berger Garten liegt hinter der ersten Holzbank unter einer alten Eiche.

DER SOMMER BERGER GARTEN, 2000 – 2003, FLURNAME: “IM HEILIGEN“
Gartenkonzeption: U WE CLAUS & MICHAEL ELK BERGER
Ausführung: U WE CLAUS (FREE INTERNATIONAL UNIVERSITY), Mitarbeiter:
HORST STRACK, MICHAEL FÖLSCH, RALF DROLSHAGEN, ANTONIO RIZA
mit weiteren Arbeiten von ANNA TRETTER
Die Realisation dieses Gartens wurde ermöglicht durch
EVA MARIA BERGER und die Erbengemeinschaft mutter. Museum.

adorno 2

Anna Tretter. 24. 9. 2013 TWA’s „Fürstenzimmer“, Hotel Post, Zi. Nr. 3
Blick aus Adornos Zimmer Nr. 3 im ehemaligen Hotel Post, Anna Tretter 24. 9. 2013

adorno 2 ist eine Erinnerungsstätte und ein kleines Archiv für alle, die an Theodor W. Adorno (1903-1969) interessiert sind. Die mehr wissen wollen über sein „Lieblingsstädtchen“ Amorbach, dem er lebenslang verbunden blieb.
Ein Raum für Ideen und Gespräche.

IN DEN RÄUMLICHKEITEN DER FIA
ADORNO 2, SCHMIEDSGASSE 14 IN AMORBACH ZU EINEM FORTLAUFENDEN MONATLICHEN TREFFEN, jeden 2. Sonntag im Monat
ab Januar 2025 ÜBER THEODOR WIESENGRUND ADORNO.
Ein Jour fixe, zu dem öffentlich eingeladen wird, um die Möglichkeit zu schaffen, Adornos Werk zugänglich zu machen und zu diskutieren.

Adornos Amorbach

Digital / Analoges Projekt mit Internetseite, Smartphone App und Stationen und Touren in der Stadt Amorbach und Umgebung

Kunstprojekt ADORNOS AMORBACH in deutscher und englischer Sprache auf der Website der FIA Amorbach

Theodor W. Adorno, Foto: Elisabeth Becker, Sils Maria 1961

13 Stationen bezeichnen Orte in Amorbach und Umgebung, die Theodor W. Adorno in seiner Kindheit gerne aufsuchte und darüber in seinem hier zitierten Text in dem Band Ohne Leitbild – Parva Aesthetica, 1967, edition suhrkamp berichtet hat. Über einzelne Punkte auf der Amorbachkarte der FIA-website werden Plätze und Touren mit Infos, Bildern und Textzitaten aufgezeigt.

Das Bild von Amorbach im Odenwald wurde für ein breites und internationales Publikum ganz wesentlich geprägt durch Theodor W. Adornos Essay Amorbach (1966), der 1967 in dem (mittlerweile vergriffenen) Suhrkamp-Taschenbuch „Ohne Leitbild. Parva Aesthetica“ erschienen ist. Übersetzungen des Texts liegen u.a. in japanischer, französischer, italienischer und niederländischer Sprache vor. Amorbach ist inzwischen leicht greifbar in dem Insel-Taschenbuch T. W. Adorno: „Kindheit in Amorbach. Bilder und Erinnerungen“ (Herausgeber R. Pabst, 2003).
Adornos autobiographische Reflexionen über Amorbach bilden die inhaltliche Grundlage für die Kunststationen in Amorbach und der näheren Umgebung.
An den von ihm beschriebenen topographischen Punkten werden seine Aussagen hörbar.

The image of Amorbach in the Odenwald has been rendered quite markedly to a broad and international public by T. W. Adorno’s Essay Amorbach (1966) which was published as a Suhrkamp paperback in 1967 »Ohne Leitbild – Parva Aesthetica« (now out of print). Translations of the text are available among others in Japanese, French, Italian and Dutch. Amorbach is meanwhile easily accessible in the Insel paperback »Theodor W. Adorno: Kindheit in Amorbach. Bilder und Erinnerungen« (Editor R. Pabst, 2003).
Adorno’s autobiographic reflections on Amorbach give the material basis for the art stations in Amorbach and nearby surroundings.
At the topographical points he describes, his statements become audible.

Die iPhone App finden Sie im AppStore unter dem Suchbegriff Adornos Amorbach,
die Android App im Google Play Store oder nutzen Sie den QR-CODE.
STATIONEN,  Blanko-Stadtplan: © Mike Bauersachs

Veröffentlichung in Zusammenarbeit mit

• Anna Tretter – Konzept, Koordination, Videos, künstlerische Leitung
• Carolyn Krüger – Webdesign, Videos
• Reinhard Pabst – Begleittext
• Friedrich A. Uehlein – freie Mitarbeit, Texte
• Ivo Wessel – iCodeCompany 


Published in cooperation with
• Anna Tretter – Concept, Coordination, Videos, Artistic direction
• Annette Allwardt – English translation
• Carolyn Krüger – Webdesign, Videos
• Reinhard Pabst – Accompanying text
• Friedrich A. Uehlein – Freelance work, Texts
• Ivo Wessel – iCodeCompany www.we-make-apps.com

Amorbach a. Main

Installation im Sommer Berger gARTen, Amorbach

.. Außer an Sonntagen vernimmt man an dieser Stelle dreimal täglich, jeweils um sieben Uhr morgens, um zwölf Uhr mittags und um zwei Uhr nachmittags eine Schiffssirene. Ein mächtiges Dampftyphon, dessen alles durchdringendes Fauchen von den Flanken der umliegenden Bergen widerhallt. Wer von dieser Terrasse nun den steilen Hang hinunterschaut, erkennt in einiger Entfernung zwischen den Stämmen der Robinien – »Schiff ahoi!« – einen scheinbar durch die Luft zu schwebenden Überseedampfer. Wer mag darauf reisen? Welch rätselhafte Odyssee schifft auf diesem verwegenen Kurs durch die wogenden Bäume dieses Waldes?
»Who must be operating this dreaming vessel so softly parting harbor waters off its steel-shin bow with snout pointed to the Four Winds of the World you see nothing, no one, not a soul?« 20  Man sollte näher herantreten, den letzten Treppenabschnitt hinab, zurück auf die tiefer liegende Ebene. Betrachtet man den Dampfer nun aus der Nähe, von einem direkt oberhalb verlaufenden Pfad aus und gegen den Hintergrund der im Tal liegenden Fabrik, mit ihren Tag und Nacht dampfenden Schloten, so sieht man wie über den drei schwarz, rot und weiß bemalten Schiffsschornsteinen weißen Dampf aufsteigen. In der Stille des Waldes vermeint man hier mitunter gar aus dem Inneren des Schiffes kommende Klangfetzen der Bordkapelle zu hören, luftige Jazz Rhythmen… »Blue Bird«  

20 JACK KEROUAC »Slobs of the Kitchen Sea« from »LONESOME TRAVELLER«, London 1962, S. 84. Einige Texte und auch Tonbandaufzeichnungen der ›Beatpoeten‹ JACK KEROUAC (1922-1969), ALLEN GINSBERG (1926-1997) und GARY SNYDER (*1930) spielten zur Zeit der Entstehung des Gartens ›Im Heiligen‹ eine inspirative Rolle für die Erbauer dieses Gartens.

Textauszug: U We Claus „Der Sommer Berger Garten – Im Heiligen“, Edition FIU Amorbach, 2010 

Sommer Berger gARTen

Arbeiten auf Papier 1980 bis 2000

Multimediainstallation, Galerieverein Leonberg, 2000

Videodokumentation der Ausstellung

Dreh- und Angelpunkt im wahrsten Sinne des Wortes ist die Videoprojektion, für die der Raum verdunkelt wurde. Im Gegensatz zum statischen Leinwandbild, auf dem die einmal gefundene Komposition dauerhaft fixiert werden soll, ist das Videobild bewegt.
Dieser Film ist gleich zweimal zu sehen: Zum einen auf dem Monitor, der zum Eingang gerichtet ist, zum anderen an den Wänden der Galerie entlangwandernd.
Technisch geschieht das dadurch, dass der Film auf einen sich drehenden Spiegel projeziert wird, der von der Decke des Raumes hängt. Genaugenommen sind zwei Bewegungen zu unterscheiden: Das Bild dreht sich nicht nur im Rund, sondern rotiert zudem um den eigenen Mittelpunkt, so dass die Personen nur einen Augenblick lang festen Boden unter den Füßen haben, bevor sie sich zur Seite neigen oder auf dem Kopf stehen.

Felix Reuße,  Text zur Ausstellung Anna Tretter – Arbeiten auf Papier

Milan Chlumsky, Wolken dort, Presseartikel FAZ

Original-Video Move
 

Architectura

14 Photographische Raumnotizen

Aus schmalen rechteckigen, fenstergleichen scheibenlosen Öffnungen wird der Blick über Gänge, durch weitere Öffnungen und Räume über Schatten- und Lichtzonen geführt, bis er einen kleinen Ausschnitt mit Bäumen und dem fernen Horizont erhaschen kann, oder er verliert sich in einem Labyrinth aus verschachtelten Raumeinsichten. …

Auszug Text von Anne-Marie Bonnet: Augenblicke weiterlesen


Die Photographien entstanden 1991 in Paris, anlässlich eines vom Land Baden-Württemberg gewährten
Stipendiums zum Aufenthalt in der Cité des Arts, sowie 1992 auf Reisen in der Türkei und in Italien.
14 Vintage Prints aus den Jahren 1991 / 92, auf Pappe, je 24 x 18 cm,
in Kassette mit Textilschleife, Außenformat 26 x 19,4 x 1,7cm.

Auflage: 30 signierte Mappen, davon 14 Vorzugsausgaben Vintage Print Nr I – XIV

Blue Noses

Thanks to 2004, 29 sec., dvd loop / Videoaufnahme: Flughafen Prag

Anna Tretter produces her works nowadays quite often in transit, on the road, in places both remote and foreign. The space of art was in the center already in her earlier sculptural investigation, now it is as if her space is widening and these expansions get shape in her multi-layered oeuvre on different levels, in different media.
Anna Tretter is >On the Way<. On the outset and in transit she shoots the travelator in the Prague airport.
By useing that part of a kind of ‘in same time and theme’ production of the “blue noses group“, an artist friendship gift of them to her when they met in Kisinau for a workshop in the ksaak, center for contemprorary art, she advanced her project by including that within the daily people movement in situ.

Textauszug Dr. Dorothée Bauerle Willert

Die kleinen Häuser der Bushaltestellen

Eine Reise

Konzept: In ausgewählten Teilstrecken wird an jeder Busstation ein Foto der jeweils nächsten Station angebracht.
„Kleine Häuser“ ist ein langfristiges Ausstellungsprojekt im In- und Ausland, initiiert von Mechthild Bauer-Babel, Heilbronn, mit dem Titel: ZUHAUSE IN EUROPA Neue Kunst im Hagenbucher

Visual Portfolio, Posts & Image Gallery for WordPress

Bildfolge zu „Kleine Häuser“

„An einem sonnigen Tag beginnt eine Reise ins Ungewisse über viele Etappen in einem Land, das scheinbar außerhalb, am Rand unserer Zeit sich befindet. Anna Tretters Einladung zu diesem Gang in ein unbekanntes Land bin ich zum ersten Mal ‚via‘ CD-Rom gefolgt. Mit dem ersten ‚Klick‘ stand ich auf freiem Feld vor einer kleinen Wellblechhütte, die als Bushaltestelle fungierte. Vor der üppigen, satten Vegetation nahm sich das Zeichen menschlicher Zivilisation recht kümmerlich aus. Um die Reise weiterzuführen, ‚klickte‘ ich mich weiter, von Bild zu Bild, von Station zu Station und wurde immer neugieriger wie es weiterging, wie wohl die nächste Etappe aussehen würde. Am nächsten Halt stehen einige Menschen, wie verloren, vor einer heruntergekommenenen Haltestelle aus Stein und Blech. Dann erwartet mich ein kleiner Betonkasten mit herausgeschlagenen Scheiben, graffitibesudelt. Hier der erste schriftliche Hinweis im Bild: Wir scheinen uns geographisch irgendwo im Osten zu bewegen. …“ 

aus Katalogtext Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet: ‚L’Invitation au voyage‘ Anna Tretters Bilderfolge zu ‚Kleine Häuser‘ Ein visuelles ‚road movie‘ deutsch polski
Installationsdokumentation, Polen
Fotoarbeiten von Stationen in den Wartehäuschen auf dem Weg von Görlitz nach Zamosc, Polen 1989

Reiseroute Polen

Plan realisierte Strecken, Polen 2000-2001 – von Lublin nach Chelm – von Lublin nach Sandomierz – von Breslau nach Jelenia Gora – nach Swieradow Zdroj – von Frankfurt Oder nach Posen

Kleine Häuser / Ausstellungsorte:

  • Awangarda BWA Gallery, Breslau / Galeria Stara BWA, Lublin, PL, 2000
  • Galeria ON (ASP), Posen, PL, 2001
  • Stuttgarter Kunstverein
  • Architektenkammer Stuttgart
  • Löffler Museum, Kosice,SK
  • Warhol Museum, Medzialborce, SK
  • Löw Haus, Klingenberg
  • Eagles & Doves Kunsthalle Bratislava, SK

Kleine Häuser / Dokumentationen

  • Pressetext Elżbieta Łubowic english polski „Małe domki prywatnych mitologii“, in: fotografia, Warschau, Nr. 1(4)2001,
    S. 42 –43: Anna Tretter: Small Houses of Bus Stops – the Journey, photographic installation, the Awangarda BWA Gallery, Wrocław 1 –24 September 2000 and BWA Lublin, Galeria STARA 5. – 29. 10. 2000
  • Katalogtext Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet: ‚L’Invitation au voyage‘ Anna Tretters Bilderfolge zu ‚Kleine Häuser‘ Ein visuelles ‚road movie‘ deutsch polski
  • Text: Dorothée Bauerle-Willert deutsch english slowak
  • Videodokumentation FIXED 2006, SK, Fotoinstallation, Video, Web-Art Projekt, Anna Tretter & www.spacem.at
    build up on the road *24.05. – 02.06.* Kosice [faculty of arts technical university of kosice]: „Gemeinsam mit Prof. Anna Tretter erstellten wir den Film „fixed“, der in der Nähe von Medzilaborce, dem Geburtsort von Andy Warhol gedreht wurde.“
Kleine Häuser / Edition

Awangarda BWA Gallery, Breslau / Galeria Stara BWA, Lublin, PL, 2000
Cd-Rom *, Booklet: 24 Seiten,
Auflage: 300 Exemplare,
Sprache: deutsch – polnisch
Text: Prof. Dr. Anne-Marie Bonnet: Le invitation au voyage
Anna Tretters Bilderfolge zu Kleine Häuser – Ein visuelles road movie
*  ist für Windows in limitierter Auflage erhältlich.

Eagles & Doves

This exhibition is being held on the 25th anniversary of the foundation of the Goethe Institut in Bratislava and is a product of its collaboration with Kunsthalle Bratislava, 2018, SK.

Exhibiting artists: Ulf Aminde (DE), Tomáš Džadoň (SK), Hans Haacke (DE), Monika & Bohuš Kubinskí (SK), Stano Masár (SK), Jarmila Mitríková & Dávid Demjanovič (SK), Henrike Naumann (DE), Erik Sikora (SK), Ivana Šáteková (SK), Anna Tretter (DE), Nasan Tur (DE), Uli Westphal (DE), Suse Weber (DE), Anna Witt (DE)

Anna Tretter (DE) – <Auf einer Reise – Die kleinen Häuser der Bushaltestellen>
2004 / 2018, Installation (digitale Fotopräsentation und Zeichnung an der Wand),
Eigentum der Künstlerin / Fotodokumentation: Tomáš Halász, Archive KHB

Die deutsche Künstlerin Anna Tretter war acht Jahre in Košice tätig, wo sie das Atelier für neue Medien an der Kunstfakultät der Technischen Universität geführt hat. Sie verbindet die Erfahrungen aus beiden Ländern in der aktualisierten Version ihres langfristigen Projektes „Die kleinen Häuser der Bushaltestellen“, das sie bereits an mehreren Orten realisiert hat – zum ersten Mal 1997 in Polen. Auf den Bildschirmen sehen wir eine Fotopräsentation von Bushaltestellen aus drei verschiedenen Reisen, die mit der Zeichnung an der Wand dargestellt ist.
Auszug Text: Omar Mirza, 2018 Kunsthalle Bratislava, Ausstellung Adler & Tauben
slovenskýenglish deutsch


Everybody need a shelter, Interview Martina Šimkovičová (ca.4:40 min.) with Anna Tretter
national-identities-explored-in-kunsthalle-bratislava
Webseite: Slovak-radio, Interview 20.9.2018

Konzept: Die kleinen Häuser der Bushaltestellen – Eine Reise

Permanente Fotoinstallation, Polen 2000-2002 

Konzept: In ausgewählten Teilstrecken wird an jeder Busstation ein Foto der jeweils nächsten Station angebracht. 
„Kleine Häuser“ ist ein langfristiges Ausstellungsprojekt im In- und Ausland, initiiert von Mechthild Bauer-Babel, Heilbronn

 An einem sonnigen Tag beginnt eine Reise ins Ungewisse über viele Etappen in einem Land, das scheinbar außerhalb, am Rand unserer Zeit sich befindet. Anna Tretters Einladung zu diesem Gang in ein unbekanntes Land bin ich zum ersten Mal ‚via‘ CD-Rom gefolgt. Mit dem ersten ‚Klick‘ stand ich auf freiem Feld vor einer kleinen Wellblechhütte, die als Bushaltestelle fungierte. Vor der üppigen, satten Vegetation nahm sich das Zeichen menschlicher Zivilisation recht kümmerlich aus. Um die Reise weiterzuführen, ‚klickte‘ ich mich weiter, von Bild zu Bild, von Station zu Station und wurde immer neugieriger wie es weiterging, wie wohl die nächste Etappe aussehen würde. Am nächsten Halt stehen einige Menschen, wie verloren, vor einer heruntergekommenenen Haltestelle aus Stein und Blech. Dann erwartet mich ein kleiner Betonkasten mit herausgeschlagenen Scheiben, graffitibesudelt. Hier der erste schriftliche Hinweis im Bild: Wir scheinen uns geographisch irgendwo im Osten zu bewegen.

Katalogtext: Anne-Marie Bonnet
Reiseroute Polen
Die Präsentation ist als CD für Windows in limitierter Auflage erhältlich: Demo

Awangarda BWA Gallery, Breslau / Die kleinen Häuser der Bushaltestellen

Ei-Er-Mann

Für die Gruppenausstellung am 7. Juli 2017 konnte der Kunstrasen noch kurzfristig die Amorbacher Künstlerin Anna Tretter gewinnen.
kunstrasen Buchen e.V. PRÄSENTIERT Anna Tretter im Eiermann-Saal des Prinz Carl Hotel in Buchen

„Mit der Installation „Ei-Er-Mann“ inszeniert die Künstlerin im und mit dem Eiermann-Saal des Hotel Prinz Carl mittels klassischer Bildhauer Werkstoffe – Marmor und Gips – den Wahrnehmungsprozess der Zentralperspektive. Die Vorrichtung aus der „Linse“ in Form eines (noch „unbehandelten“) Lecksteins und Halterungsgestell dient zum Betrachten des an der Wand angebrachten Eis.“

website-präsentation-kunstrasen
Installation: Stativ, Marmor, Gips

Faraway Nearby

 Le Musée de Valence (F)

Faraway, Nearby: [(an was man sich nähert und wovon man sich entfernt, was wirklich und was möglicherweise vorhanden ist, was draußen und was drinnen ist, was bleibt und was verschwindet, was körperlich erfahrbar ist und nurmehr eine Gedankenspur bleibt.)]
Schreitet der Betrachter durch die Ausstellung, wird er zunächst mit Objekten konfrontiert, die, sei dies noch so verwirrend, im traditionellen Wortsinn eine Skulptur sind…
…Es wird sich um zwei kreisförmige Blenden handeln, wahrscheinlich aus Glas in Stahlrahmen gefaßt, die eine gekrümmte Wand erwidern, die eine Raumecke verdeckt. Direkt auf die Wand montiert, in einer Richtung, die vor Ort noch bestimmt werden muß, sollen sie den Blick auf den Raum selbst richten, und darüber hinaus durch ein Gitterfenster auf die umliegenden Berge lenken. Ihre endgültige Montage soll vor Ort stattfinden, da nach Anna Tretter »der Raum das Objekt, und das Objekt den Raum verändert«. Diese Beobachtung hat sie zuvor in kleinerem Ausmaß im studio a in Otterndorf (6) machen können.
aus Katalogtext, in: Anna Tretter Faraway Nearby, Le Musée de Valence (F), 1996,
COLETTE GARRAUD
Das Ding am Ende meines Blicks
La chose au bout de mon regard
ROLAND FAVIER   
Spiegeln
Miroitement

Website des Veranstaltungsorts
Museum Valence und ART3

Einladungskarte, Detail


Faraway Nearby Installation Anna Tretter
Rauminstallation / Lecksteine, Transparentglas Ø 200 cm
Dokumentationsfotos: Didier Fayolle
Raumplan Museum Valence

Weitere Präsentationsorte

Museum im Kulturspeicher, Würzburg
FARAWAY NEARBY Anna Tretter, Musée de Valence 1996
KUCKUCKSEI Museum für moderne Kunst, Otterndorf (6)
FARBLICHT – Kunst unter Strom Kunstmuseum Heidenheim I Städtische Galerie Würzburg
SPHAERA Städtische Sammlungen Schweinfurt, Altes Rathaus

Dokumentationen

FARAWAY NEARBY Anna Tretter, Katalog
• Musée de Valence 1996, darin:
Roland Favier: Spiegeln / miroitement, S. 1-13.; und
Colette Garraud: La chose au bout de mon regard / Das Ding am Ende meines Blicks, S. 14-27
http://www.art-3.org/residence-artiste-international/programme-residence-international.php

Beate Reese: “Gefiltertes Licht und Leuchtkästen. Birgit Jensen und Anna Tretter”, in:
FARBLICHT. KUNST UNTER STROM Kat. Städtische Galerie Würzburg I Kunstmuseum Heidenheim, Ostfildern 1999, S. 31-35, (zu Anna Tretter S. 31-33).
• Städtische Galerie Würzburg: ISBN 3-928155-40-7,
• Kunstmuseum Heidenheim: ISBN 3-929935-13-9, Buchhandelsausgabe: ISBN 3-89322-713-X

Andrea Brandl, in SPHAERA Faltblatt u. Plakat
• Städtische Sammlungen Schweinfurt, 1997

Original-Video Tout mes Armes
Video, loop. Videoaufnahme Amorbach, Valence, 1996

Fixed

Video-Dokumentation

Fotoarbeiten von Stationen in den Wartehäuschen auf dem Weg von Košice nach Medzilaborce.
Konzept: In ausgewählten Teilstrecken wird an jeder Busstation ein Foto der jeweils nächsten Station angebracht.


Projektinfo

Fotoinstallation, Video, Web-Art Projekt, Slovakia 2006
Anna Tretter & www.spacem.at

“ … mieses Wetter Ende Mai in Košice und so warteten wir den letzten möglichen Tag ab, in der Hoffnung auf Besserung, was nichts half, um unser Vorhaben in die Tat umzusetzen. …“

aus Katalogtext Anna Tretter

A bus stop in the meadows, a little metal hut with a bench, behind it a huge tree. An actor from spacem in a dark pin stripped suit sits on the bench, he smokes. A vehicle, the spacem car, arrives from the left side of the picture. The driver Anna Tretter gets out. She walks towards the hut, takes out of her jacket a piece of cloth and some cleaning liquid, cleans a small part in the hut, to be able to fix a sticker with a picture of the last bus stop. The one sitting on the bench seems not to be interested at all. read more

little houses of busstops – a journey – on the way from kosice to medzilaborce (sk)
Anna Tretter

Friendship. Nature. Culture.

44 Jahre Daimler ART Collection.

Werke der Sammlung 1920-2021

Abb.: Anna Tretter, O.T., 100 x 70cm, Silberlack / Asche auf Papier

„FRIENDSHIP. NATURE. CULTURE. #daimlerartcollection 1977 gegründet, umfasst die bedeutende internationale Unternehmenssammlung heute über 3.700 Kunstwerke. Kuratiert von Renate Wiehager spiegeln 100 ausgewählte Werke von rund 70 Künstler*innen das Profil der Sammlung über 44 Jahre. Von ihren Anfängen im Umfeld der süddeutschen Moderne, über abstrakt-minimalistische Positionen hin zu einem aktuellen Schwerpunkt auf internationaler Fotografie und Medienkunst. Vor dem Hintergrund der Klimakrise und dem menschlichen Einfluss zeigt sich, wie sehr menschliche Solidarität, Natur und Kultur miteinander verwoben sind.“
Daimler Contemporary Berlin    Kuratorin / Curator: Renate Wiehager  

never ever

Kunst-Edition 2011
Freundeskreis des Museums im Kulturspeicher Würzburg

Anna Tretter, Fineartprint 4c+metallic auf ES-Photopapier White
matt, 265g/qm.
60 x 40 cm. Aufl. 50, nummeriert und signiert.

Anna Tretter, never ever.

Fineartprint
4c+metallic auf ES-Photopapier White matt, 265g/qm.
60 x 40 cm.

Aufl. 50
nummeriert und signiert.
Verkaufspreis: je 600,- €

“ Neben ihren plastischen und Video-Arbeiten ist eigentlich von Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit an ein Oeuvre von Arbeiten auf Papier entstanden – Zeichnungen, die nicht Vorstufen von Plastik sind, sondern einen ganz eigenständigen Charakter aufweisen. Die Grafik, die als Edition 2011 zum Kauf angeboten wird, beruht auf einer malerischen Arbeit auf Papier mit Silberfarbe, Grafit und Lack, die zu einer ganzen Serie derartiger Zeichnungen gehört. Sie zeigen ätherisch-wolkige Gebilde von großer Zartheit, die wirken, als würden sie gerade erst Gestalt annehmen. Thema dieser Silberlackmalereien ist in besonderer Weise das Licht.
Der lichte Silberlack erweist sich dafür als das geeignete Material: Er ist lichtempfänglich, weil er in besonderer Weise Licht auffängt und wieder zurück wirft. Die bemalte bzw. bedruckte Fläche wirkt einerseits durch ihre All-over-Struktur geschlossen, als Kontinuum; andererseits sind Pinselstriche, Kratz-,  Wisch- und Schriftspuren auf der Oberfläche als rhythmisierende Elemente deutlich erkennbar. Im Helldunkel der in jeder Hinsicht glänzenden Grafik macht sich „Raum“ bemerkbar, der von der Struktur – und nur von ihr – hervorgebracht wird.
Diese besondere räumliche und grafische Sensibilität prägt alle Arbeiten auf Papier von Anna Tretter und macht sie unverwechselbar (vgl. den einleitenden Text von Felix Reuße in: Katalog Anna Tretter: Arbeiten auf Papier 1980-2000. Galerieverein Leonberg 2000).
Die angebotene Edition ist eine drucktechnisch komplexe und in der Anzahl beschränkte Wiedergabe einer dieser Silber-Lack-Malereien.“

 Textauszug: Jochen Herten, Kulturspeicher Würzburg

Froufrou

– das Rascheln von Seidenstoffen und von anderen Beweggründen

Amorbach. Besser hätte das anspruchsvolle Großprojekt „Freie Internationale Akademie Amorbach“ (FIA), die vor wenigen Wochen mit der Gründungsversammlung des Fördervereins ins Leben gerufen wurde, kaum beginnen können. Anna Tretter, international renommierte Installations- und Videokünstlerin, die längst auch mit ihren Skulpturen und Papierarbeiten große Beachtung gefunden hat, präsentiert einen eindrucksvollen Querschnitt durch ihr künstlerisches Schaffen vier Wochen lang in der Galerie Maria Kreuzer in Amorbach.

Zunächst fällt eine große Skulptur aus geflammtem Stahl mit dem Titel „TW-IN“ ins Auge. Mit einer Höhe von gut 1,80 Meter ziehen da zwei Stahltürme die Aufmerksamkeit auf sich, die auf den ersten Blick an die Twin Towers des World Trade Center erinnern. Aber das Kunstwerk verdient einen zweiten und dritten Blick. Vor allem die differenzierte Oberflächenbehandlung der Stahlobjekte regen die Phantasie an und leiten fast nahtlos zu den Papierarbeiten Tretters in der Ausstellung über. Denn auch in den Stahloberflächen sind zeichnerisch-malerische Elemente zu finden, Strukturen mit dreidimensionalen Effekten, die auch die großformatigen Bilder mit Silberlack, Asche und Graphit auf Bütten auszeichnen und für ein faszinierendes Spiel von Licht und Schatten sorgen. Ohnehin ist der völlig Verzicht auf Farbelemente typisch für Tretters Arbeiten.

Textauszüge: weiterlesen Heinz Linduschka
Räumliche und grafische Sensibilität   Moderne Kunst: Mit Anna Tretters Bildern, Skulpturen und Installationen eröffnet die Galerie Kreuzer die Freie Internationale Akademie Amorbach,
Bote vom Untermain, 9. April 2013

Gleichzeitig

Anhaltische Gemäldegalerie, Dessau 2009 – 2011

Video, DVD – Loop, Aufnahme: Georgengarten Dessau, 2009

„Das Video zeigt ein Landschaftsdoppel, zwei Aufnahmen des Georgengartens, vom gleichen Standort aufgenommen, doch in jeweils entgegengesetzter Blickrichtung, sind nahtlos nebeneinander gestellt.“ weiterlesen

Text: Dorothée Bauerle Willert, Nov. 2009 slovenský


Installation in der Anhaltischen Gemäldegalerie in Dessau


Anna Tretters Installation gehört zum Programm „Bilder.Sehen“ des Büro Otto Koch im K.I.E.Z. e.V., das Kunst der Gegenwart in Beziehung zum Georgium bringt. Gefördert vom Land Sachsen-Anhalt, Lotto Sachsen-Anhalt, der Stadt Dessau-Roßlau und dem Offenen Kanal Dessau. Kuratiert von Johanna Bartl.
Dokumentationsfotos: Raik Musiolik

In der Anhaltischen Gemäldegalerie im Georgengarten in Dessau ist ein Videoloop zu sehen, vor einem Fenster im Erdgeschoss der Anhaltischen Gemäldegalerie, zwischen Landschaftsgemälden des 19. Jahrhunderts.
Der Monitor steht auf einem Sockel, auf dessen Vorder- und Seitenflächen drei Textzeilen zu lesen sind

Anna Tretter

Gleichzeitig, Installation im Fremdenhaus

Anhaltische Gemäldegalerie Georgengarten / Fremdenhaus, Dessau, 2009
Rede, Künstlergespräch Dorothée Bauerle-Willert, Anna Tretter

Anna Tretter – Gleichzeitig. Eine ortsbezogene Installation
Die  Projektionswand, im Innern des Fremdenhauses, wird zur Ereignisfläche, auf einer imaginären Zeitschiene stehend, die drei Bauwerke der Parkanlage linear und optisch vereint (zusammenholt). … weiterlesen
Auszug Ausstellungstext: Dorothée Bauerle-Willert

 

Präsentationsorte

Gleichzeitig Video, Offener Kanal Dessau
Videoinstallation Gleichzeitig,
Videoinstallation Line,
Anhaltischen Gemäldegalerie in Dessau, 2009-2011
Anhaltische Gemäldegalerie
Georgengarten / Fremdenhaus, Dessau, 2009

Googletranslater +

FEEDBACK – 24h de PERFORMANCE NON-STOP.
Plateforme artistique entre Košice et Bordeaux, TNT, Bordeaux, 2010

googlefeedbackTalk 

Installation interactive d’Anna Tretter. Thanks for help: Jakub Pišek

Multimedia Installation / Monitor, Mikrophon, Text auf Papier
Dokumentationsfotos: Boris Vaitovič

FEEDBACK der erfahrungen in traum verwandelt
– 12:40h feedback of experiences into dream 13:20h retour d’expériences dans le rêve – 14h návrat skúsenosti snu – 14:40h zurück traumerfahrung – 15:20h previous wonderful experience – 16h précédente expérience merveilleuse – 16:40h predchádzajúce skúsenosti nádherné – 17:20h bisherigen erfahrungen wunderbar – 18h recent experiences wonderful – 18:40h récentes expériences merveilleuses – 19:20h nedávne skúsenosti nádherné – 20h jüngsten erfahrungen wunderbar – 20:40h recent experience wonderful – 21:20h récente expérience merveilleuse – 22h posledný skvelý zázitok – 22:40h letzte große erfahrung – 23:20h last great experience – 24h dernière grande expérience – 20. 2. , 0:40h posledná velkú skúsenos – 1:20 letzte große erfahrung – 2h last great experience – 2:40h dernière grande expérience – 3:20h minulé skúsenosti – 4h erfahrungen der vergangenheit – 4:40h past experience – 5:20h l’expérience du passé – 6h skúsenosti z minulých rokov – 6:40h die erfahrungen aus den vorjahren – 7:20h the experiences from previous years – 8h les expériences des années précédentes – 8:40h skúsenosti z predchádzajúcich rokov – 9:20h erfahrungen aus den vorjahren – 10h experience from previous years – 10:40h l’expérience des années précédentes – 11:20h skúsenosti z minulých rokov

.. for the TNT exhibition title `feedback´ I created the German sentence:  `Feedback der Erfahrungen in Traum verwandelt´.
I feed the automatic google translater+ with it and out of it run randomly: feedback of experiences into dream, retour d’expériences dans le rêve, návrat skúsenosti snu, etc. German – English – French – Slovak, again and again and then out of this process totally new sentences appear till at the end of 36 lines, always the same sentences answer in translation.
So, this is my individual artistic intervention for situation here.
Also I think about the duration of our 24-hour exhibition as one work, a kind of focus, a choreography for common participation works in the time space between high noon, midnight till again midday, as a phenomena of time.

Une Cooperation TNT et Pointbarre avec le soutien des Ecoles des Beaux-Arts de Bordeaux et Košice, Bona Fide, Vychodoslovenska Galeria, Slovaquitaine et Pola.  Direction artistique : Marta Jonville. Participants slovaques: Viktor Feher, Linda van Dalen, Reus Martin Baran, Jakub Pišek, Bea Kolbašovská, Lenka Magová, Anna Tretter, Boris Vaitovič – participants français: Jean-Paul Labro, Eddie Ladoire, Jean-Philippe Halgand et Coralie Ruiz.
Le projet est subventionné par le Conseil régional d’Aquitaine, le Conseil général de la Gironde, Culture France, la Mairie de Bordeaux, l’Alliance Française à Košice et Košice 2013.
En partenariat avec Radio Nova.

Jean-Philippe Halgand interviews Anna Tretter

Konjunktiva

Eine Raumarbeit 

The Huberte Goote Gallery, Zug (CH), 1996

Wichtigstes Element der Installation für die Huberte Goote Gallery sind die Zeit und die Veränderung als konstituierende Komponenten. Die Ausstellung wird zum Ereignis, das die Begegnung von Körpern, Bildern und Selbstbildern beschreibt. Das Bild der Seeoberfläche in der Realzeitübertragung, die Bewegungen des Sees und die Bewegungen des Publikums konstituieren die Realität der Ausstellung als Spiegelung, Projektion, Virtualität… Um die Ausstellung zu sehen, muss man am Ort des Schauens verweilen. Aber was ist real?
Denn auch wenn man nicht „sieht“ ist man im Bild, ist ein Bild der Ausstellung.

Auszug Katalogtext: Beatrix Ruf Spieglein, Spieglein … Der Hinterhalt der Objektivit

Raumplan The Huberte Goote Gallery, Zug, CH

Zur Ausstellung erschien eine Edition: Zuger See, 1996, Siebdruck auf Glas, im Stahlrahmen schwenkbar, 21 x 38, x 1 cm


Dokumentationsfotos: UWe Seyl


1 Projektionsfläche, Papier, ca. 300 x 275 cm
2 Beamer (Kamerainstallation 3.Stock des Hauses)
3 Stellwände schräg in den Raum gedreht
4 Drei Spiegel, je 224 x 160 cm

Pressebericht:
Beatrix Ruf: Anna Tretter. The Hubert Goote Gallery, Zug, in: ARTIS, 48. Jahrgang, April/Mai 1996, S. 59.
Roland Schenkel: Innen nach aussen gekehrt, aussen nach innen, in: Neue Zuger Zeitung v. 16. 4. 1996, Nr. 88, S. 45.


 

Kunst in den Fluren des Pallas

Regierungspräsidium Stuttgart, 1997

Phosphoreszierendes Zinksulfid
Spionspiegel
Foto

Wie häufig in ihrem Werk greift Anna Tretter in den drei Arbeiten für Flur und Pausenraum im Zwischengeschoß des Regierungspräsidiums auf bereits vorhandene Raumstrukturen zurück, die erst durch den gezielten künstlerischen Eingriff in ihrer raumkonstituierenden Funktion wahrgenommen werden: Die räumlichen Gegebenheiten bedingen die künstlerische Konzeption.
So wurden auf die vom jeweiligen Flurende aus sichtbaren Seiten der Feuertüren, die als Riegel-Elemente den langen Trakt in der Mitte untergliedern, vergrößerte Reproduktionen nach Photographien angebracht, welche die Künstlerin aus dem vierten Stock aufgenommen hat. Sie zeigen die Ansichten der Schmalseiten des dortigen Flurs. Im Unterschied zum Zwischengeschoß weisen sie Fenster auf, die den Blick auf das wenig attraktive Weichbild der Stadt freigeben. Ein bei dieser Einfügung naheliegender trompe-l’oeil-Effekt ist offensichtlich nicht beabsichtigt, da die auf den Bildern festgehaltene Situation in Perspektive und Dimension vom realen Umraum abweicht. Zudem geben Rasterung, irisierende Partien und nicht zuletzt starke Belichtungskontraste die Ausblicke als reproduzierte Bilder zu erkennen, die im Gegensatz zur realen Architektur stehen.
Katalogtext: Felix Reuße

Dokumentationsfotos: Uwe Seyl
Regierungspräsidium Stuttgart

LA Loop 2

DVD, 3:36 min.- loop / Aufnahme: Camera Obscura, San Fransisco, 1999

MAINSEITS

Videoinstallation im Turm in Schloss Homburg, 2008 / space ø 3m

Das Übereinanderblenden von verschiedenen Erfahrungen, das Bündeln, die Neumodulation von Ereignissen kennzeichnet die Arbeit von Anna Tretter, die oft Vorgefundenes, Erinnertes mit dem Jetzt verweben, mit einer neuen Situation, die sie wagemutig aufgreift.

Text: Dr. Beate Reese / Museum Kulturspeicher Würzburg

Katalog „mainseits“ 2008, Kunst in Schloss Homburg am Main / Kuratorin: Elvira Lantenhammer / Dokumentatiosphotos : Katrin Heyer


Lift

Aufnahme Hochhaus Frankfurt

Anna Tretter spielt in ihrer Installation Lift mit der Vorstellungskraft und Wahrnehmung des Betrachters. Die hermetische Abgeschlossenheit des Aufzugs wird aufgebrochen durch ein Fenster zur Außenwelt. Die Aufzugsfahrt wird zum einem Erlebnis, das zur Reflexion über den eigenen Standpunkt/Bewegung führt. Der Liftraum wird durch diese Besetzung zur Innenraum-Betrachtung / Skulptur / Besetzung: ready made, die Kamerabewegung an der Gebäudewand informiert uns a über den „Zu-Stand“, Position des Lifts. Von innen wird der röntgenartige Außenblick gesehen, von außen die Empfangskammer beschrieben.
Durch den starren Blick der Kamera kann man hiermit die Welt kippen sehen / lassen.

Textauszug Michael Kugler

Line


The drawing of line was made on an electronic tablet in train from Prague to Dresden, on 6.10. 2005, on the way to the Colloquium for The Space in the Music – the Music in the (Public-) Space, Hellerau European Centrum of Arts, Dresden.
Journey time: 2:29h, the distance: 191 km.
The digital print out of line/graphic version is 55m long.

Pressetext LINE / Dorothée Bauerle-Willert / Kunstverein Schwäbisch Hall deutsch

Line, Performance

Live Performance, Multimediaprojekt, Nolit Warehouse, Belgrade
Anna Tretter, Manja Ristic (music interpretation)

Nolit Warehouse, Belgrade

The main aim we were trying to archive was the integration of the audio-visual content and the application of the direct response effect. Using all possible means of the technical aspect of an instrument. Line was a live presentation of decoding graphical notation. Inspiring video in the form of a minutes loop was translated into virtual violin sequences that were following graphical motifs. This way of “decoding” an abstract notation produced a broad range of atypical sounds, which opened a clear insight into the “natural” effects and sound capacity of a classical instrument. The performer was using a ZOOM 8080 sound processor as a minimal electronic device for volume and colour control.

2017Kunstverein Neckar-Odenwald, Buchen
2009Anhaltische Gemäldesammlung, Dessau
63. Frühjahrstagung des INMM, Institut für Neue Musik und Musikerziehung, Akademie für Tonkunst, Darmstadt
2008KISS – Kunst im Schloss Untergröningen e.V.
KUNST PRIVAT, einfallsreich TV Wiesbaden
2007Kunstverein Schwäbisch Hall
2006Nolit Warehouse, Sound and Save Festival, Belgrade, with Manja Ristic
2005Hellerau, European Centrum of Arts, Dresden

Line – Performance

Was ist Kunst? Brauchen wir Kunst? Ist Kunst ein schön add-on für unser zivilisiertes Leben? Dieser kleine Essay bringt ein paar Gedanken zur kunstistrichtig Edition von Anna Tretter zusammen und erzählt ein Beispiel, wozu die Linie der Künstlerin dienen kann.

Live Performance, Anna Tretter, Videoscore, Manja Ristic (music interpretation),<Sound & Save Festival>, Nolit Warehouse, Belgrade, in November 2006. Manja Ristic created a live music interpretation for violin of this electronic score. Live Performance, Multimediaprojekt, Nolit Warehouse, Belgrade
Anna Tretter, Manja Ristic (music interpretation)

Nolit Warehouse, Belgrade

The main aim we were trying to archive was the integration of the audio-visual content and the application of the direct response effect. Using all possible means of the technical aspect of an instrument. Line was a live presentation of decoding graphical notation. Inspiring video in the form of a minutes loop was translated into virtual violin sequences that were following graphical motifs. This way of “decoding” an abstract notation produced a broad range of atypical sounds, which opened a clear insight into the “natural” effects and sound capacity of a classical instrument. The performer was using a ZOOM 8080 sound processor as a minimal electronic device for volume and colour control.

The drawing of line was made on an electronic tablet in train from Prague to Dresden, on 6.10. 2005, on the way to the Colloquium for The Space in the Music – the Music in the (Public-) Space, Hellerau European Centrum of Arts, Dresden.
Journey time: 2:29h, the distance: 191 km.
The digital print out of line/graphic version is 55m long.

Pressetext LINE / Dorothée Bauerle-Willert / Kunstverein Schwäbisch Hall deutsch

Monrepos

Aufnahme Schloss Monrepos, Ludwigsburg

…Der Titel MONREPOS spielt auf das gleichnamige Schloss in Ludwigsburg an, einem Juwel der Barockarchitektur … dort hat Anna Tretter das Fenster ursprünglich aufgenommen, anlässlich einer geplanten vor Ort Arbeit während einer ihrer Ortsuntersuchungen, die ihren jeweiligen Installationen und Intervention vorausgehen.
Ein zartes Fenster in Blau-Grau-Schwarz-Tönen erscheint auf der einen Wand; nur leise bewegt sich ein Vorhang und träge, in Zeitlupe, bewegen sich Licht-Schatten-Spiele … erst nach einer Weile erkennt man, dass es ‘das Zittern vom Schatten des Laubes eines Baumes ist, in dem sich das Licht Bahn bricht’ …

Monrepos ‒ Kunsthistorisches Institut der Universität Bonn, 2002

… diese Erscheinung eines Fensters entstammt einem Projektor in einer der Vitrinen, in der anderen Vitrine findet sich das gleiche Bild wieder, gleichzeitig aber zeit-versetzt diesmal auf einem Bildschirm und mehrfach reflektiert durch Spiegelungen in Glasscheiben.

Textausschnitt: Anne-Marie Bonnet, Eröffnungsrede zur Ausstellung Monrepos

Raumplan Kunsthistorisches Institut der Universität Bonn

Monrepos ‒ INNER SPACES

Centrum Sztuki Wspolczesnej, Lodz 2001, PL

INNER SPACES; Centrum Sztuki Wspolczesnej,
2 gleiche Projektionen / 10 min. zeitversetzt.

Monrepos ‒ Der Ort ‒ Das Material des Bildhauers

Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden, 2000, Videoprojektion über Spiegel

Auch im Kunstverein ist das neu gesetzte Fenster mehr und weniger als ein Fenster. Es ist das Zittern von Schatten des Laubes, durch das sich Licht Bahn bricht, welches auf dem Screen des Vorhanges bewegtes Bild wird.
… Um mehr Präsentationsflächen zu erhalten, wurden während des Umbaus 1978 alle seitlich zum Nachbarhaus offenen Fenster zugemauert. Anna Tretter importiert ein Fenster aus Monrepos mittels einer Videoprojektion (in Zeitlupe) an den ursprünglich von einem Fenster besetzten Platz in der Wand. Das Fenster als Ausblick in die Landschaft war beliebte Zugabe zum Portrait in Renaissancegemälden. Die Maler der Romantik nutzten das Fenstermotiv, um dem Betrachter, der zwar über die Schulter einer Rückenfigur schauen konnte, den Blick zu versperren und so eine unsichtbare Ferne zu thematisieren.
Anna Tretter importiert mittels Videoprojektion ein Fenstermotiv an die Stelle einer zugemauerten Fensteröffnung.

Auszug Katalogtext: Gottfried Hafemann

Wiesbadener Tagblatt, 14. 11. 2000 und Allgemeine Zeitung Mainz vom 14. 11. 2000, Brigitta Melten: „Zwei Seiten, das Innen und Außen, verbindet Anna Tretters poetischer Re-Import eines Fensters. Innen ist es jenen glatten Wänden gewichen, die heute einfach zu Ausstellungen zählen – zu den white cubes.“

Wiesbadener Kurier v. 15. 11. 2000, Katinka Fischer: „Ratlos lässt Anna Tretter die Betrachter mit dem Re-Import eines Fensters zurück. Das verhängte reale Fenster wird ersetzt durch ein an die Wand projiziertes. Ein Hauch des Unwirklichen weht durch den Raum – was zu tun hat mit dem Flimmern und Flirren des virtuellen Fensters: Man weiß nicht, ob es dort draußen regnet oder die Luft vor Hitze vibriert. Es erschließt sich allerdings nicht, warum dafür der Lichtstrahl vom Projektor über einen Spiegel spitzwinklig umgeleitet werden muß.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, S. 76, Nr. 299 vom 23. Dezember 2000, Marc Peschke: …“Anna Tretters Videoinstallation bezieht sich ebenso auf Umbauten, und zwar jene im Jahr 1978: Damals wurden die Fenster zum Nachbarhaus zugemauert. Mit ihrer Videoprojektion macht die Stuttgarter Künstlerin diese Arbeiten nun wieder rückgängig.“

Move

Leonberg 2000

Der Videofilm zeigt aus einer festen Einstellung den Blick in eine Gasse, die hin und wieder von Passanten durchquert wird. Ohne Ton, schwarz/weiß und in Zeitlupe geht der Film mit den Mitteln der Verfremdung bewußt auf Distanz zur Realität. Die Vielfalt der Bewegungsabläufe, die vor gleichbleibendem Hintergrund und in ihrer zeitlupenhaften Verfremdung besonders hervortreten, ist gegeben: Einkäufer hasten vorbei oder schlendern geruhsam durchs Bild, zwei Frauen bleiben zum Gespräch stehen, ein Junge posiert spielerisch vor der Kamera. Bisweilen verdeckt ein vorbeifahrender Bus oder ein naher Fußgänger die Szene.

Felix Reuße, Text zur Ausstellung Anna Tretter – Videoinstallation „Move“ / Arbeiten auf Papier Galerieverein Leonberg 2000


Negre Vert

Foto: Jens Prenzler

Negre Vert, 1998 / 2020

Polizeidirektion Reutlingen
Ein Projekt der Staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung
Rauminstallation / Grünes Transparentglas, Siebdruck auf Glas*, Spiegel, Silberlack
* 2020 Überarbeitung Siebdruck auf Glas im schwenkbarem Stahlrahmen
Material: Glas, Siebdruckfarbe, Größe: 120 x 180 cm
Erneuerungstechnik: Abtragen der alten Siebdruckfarbe mit Schnitzmesser,
Auftragen von Siebdruckfarbe silber /schwarz.

Foto: Uwe Seyl, Jens Prenzler (Montage)
Dokumentationsfotos: Uwe Seyl

Für den Verbindungstrakt zwischen zwei bestehenden Gründerzeitbauten, der im Zuge des Neu- und Umbaus der Polizeidirektion Reutlingen entstand, hat Anna Tretter eine Konzeption entwickelt, welche die funktionale Durchgangssituation eines Verteilerraums zum Wahrnehmungs- und Reflexionsraum erweitert. Für ihren Ansatz ist bezeichnend, daß sie Raum nicht als Gehäuse begreift, das mit Kunst zu füllen, ja regelrecht zu möblieren ist, sondern als eigene Qualität, die in ihrem künstlerischen Potential entfaltet werden muß.
Sie orientiert sich dabei ganz an den Gegebenheiten der Architektur und den Lichtverhältnissen, die sie durch wenige gezielte, aber folgenreiche Eingriffe interpretierend verändert.
Katalogtext: Felix Reuße, NEGRE VERT, 1998
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Notate

Unterwegs sein

Anna Tretters Arbeiten entstehen heute oft im Transit, unterwegs, an fremden Orten. Der Raum der Kunst war schon in ihren früheren skulpturalen Untersuchungen im Zentrum, nun ist es, als ob ihr Raum sich immer mehr weitet und diese Erweiterungen finden in ihrem vielschichtigen Werk auf ganz verschiedenen Ebenen, in verschiedenen Medien ihre Form.

Text: Dorothée Bauerle-Willert de / en / sk

Multimediaprojekt / Aufzeichnungen

“Zeichnen ist mit minimalsten Aufwand Ideen in Bilder zu transformieren. Die Hand, bzw. der Stift wird hier zum direkten medialen Ausdrucksmittel körperlicher Bewegtheit“

Anna Tretter, 2008

1. November 2004, Košice – Fijas – Lipnicki- Kendice, SK
Bleistift auf Papier

Von Košice nach nach Medzilaborce und über andere unbekannte Orte

Von Kosice nach Medzilaborce und über andere unbekannte Orte
Ausstellung im Löffler Museum, Kosice, SK, 2005
Gefördert durch das Goethe Institut Bratislava
Kurator: Peter Tajkov, Löffler Museum Košice, Slowakei 2005

„Gemeinsam mit ihr, dem slowakischen Bildhauer Juraj Bartusz und dem amerikanischen Komponisten Phil Niblock sind wir von Košice ins Andy-Warhol-Museum nach Medzilaborce gereist. Anna Tretter, die dabei auf dem Rücksitz des Autos saß, berührte bei Erreichen jeder Dorfgrenze mit der Spitze des Bleistifts ein Stück Papier. Die Vibrationen und Erschütterungen während der Fahrt hinterließen auf dem Papier eine Spur. So fing sie die Kurven, Schlaglöcher und Bremsvorgänge ein. Manch einer würde sich von dem Weg Notizen machen, andere würden die vorbeiziehende Realität der Landschaft mit einer Digitalkamera oder einem Filmband einfangen.“ …

Pressebericht zur Ausstellung Anna Tretter – Von Košice nach Medzilaborce und über andere unbekannte Orte, Vojtech-Löffler-Museum, Košice, SK, in: SME, 6.4.2005: Michal Murin de / en / sk



Tributes to Phill Niblock

 Eine Reise durch die Slowakei mit Phill Niblock 2005 – von Kosice nach Banska Bystrica –

NOTATE, Bleistift auf Papier auf Bänken
Ausstellung anlässlich des IKG-Annual Meeting, 2013, Alte Feuerwache Köln
mit Marica Radojcic Presic, Belgrad / Els van Riel / hans w. koch, Köln / Josef Novotny, Wien / Renate Hoffmann-Korth, Düsseldorf /Anna Tretter, Amorbach / Barbara Hindahl, Mannheim / Katharine Liberovskaya, Montreal

Der Hocker der Schemel, Mehrzweckhalle, Berlin

12.04.05, im Flugzeug von Bratislava nach Stuttgart
Notation auf Spuckbeutel 22,5 x 12 cm

Unterwegs sein – Von Košice nach Medzilaborce und über andere unbekannte Orte

OHNE TITEL

Video: Anna Tretter, Musik: Andre Werner, DVD 4:13 min.

Die Videoarbeit von Anna Tretter lässt den Betrachter Bergwelten aus dem Flugzeug, aus der modernen „Vogelperspektive“ mitvollziehen. Die Stecke führt von Europa bis ans andere Ende der Erdkugel, nach Kapstadt in Südafrika. Zwischen Himmel und Erde bilden die Wolken eine Ebene, in der Auftauchen und Verschwinden, Schärfe der Konturen der Berge und Vernebelung des Blicks sich durchdringen. Für einen Moment könnte man sich in dieser noch höheren und globaleren Sicht an Caspar David Friedrichs bürgerlichen Revolutionär auf dem Berggipfel über den Wolken erinnern. Alles ist im Fluß, in Bewegung.

… „From Nice to Cape Town, her video shot from a bird’s eye view is following the flight through the clouds, forming a plane between heaven and earth until the cloudy table-cloth, spread over the plateau of the table mountain, glides over its edges and falls to earth.“
DB-W

Pigmentdruck 12 x 12cm
Edition, Jahresgabe Heidelberger Kunstverein, 2002, Der Berg, Ausstellung

André Werners „IV, 1 Magni dominator poli, tam lentus audis scelera? tam lentus vides? – für großes Orchester“, 1995, (Shakespeares Titus Andronicus: So langsam bist du, Herrscher des Alls, die Verbrechen zu hören? so langsam sie zu sehen?) schafft eine ebenso weite Raumerfahrung und eine Spur zur Bedeutung des Sehens, eine emotionale Aufladung des Sehens mit einer inhaltlichen Richtung, wenn man dem Hinweis des Titels in Gedanken folgt.

Katalogtext: Werner Meyer
Ausstellung Der Berg Heidelberger Kunstverein, 2002

Jahresgabe, Edition OHNE TITEL, DVD 4:13 min.,
Video: Anna Tretter, Musik: Andre Werner
Auflage 10
Preis: je 280,- €

Ohne Titel

Blatt Nr. 5

Silberlack / Graphit / Asche auf Papier




100 x 70cm

Detail
 

“ Neben ihren plastischen und Video-Arbeiten ist eigentlich von Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit an ein Oeuvre von Arbeiten auf Papier entstanden – Zeichnungen, die nicht Vorstufen von Plastik sind, sondern einen ganz eigenständigen Charakter aufweisen.
Der lichte Silberlack erweist sich dafür als das geeignete Material: Er ist lichtempfänglich, weil er in besonderer Weise Licht auffängt und wieder zurück wirft. Die bemalte bzw. bedruckte Fläche wirkt einerseits durch ihre All-over-Struktur geschlossen, als Kontinuum; andererseits sind Pinselstriche, Kratz-,  Wisch- und Schriftspuren auf der Oberfläche als rhythmisierende Elemente deutlich erkennbar. Im Helldunkel der in jeder Hinsicht glänzenden Grafik macht sich „Raum“ bemerkbar, der von der Struktur – und nur von ihr – hervorgebracht wird.
Diese besondere räumliche und grafische Sensibilität prägt alle Arbeiten auf Papier von Anna Tretter und macht sie unverwechselbar

Felix Reuße in: Katalog Anna Tretter: Arbeiten auf Papier 1980-2000. Galerieverein Leonberg 2000

Palm

Liftwand in Bürogebäude von Ashurst Morris Crisp, München, 21. Juni 2002

Sichtbare und erwartete Realität sind über die Parallelität von Aufzugbewegung und Filmablauf gekoppelt – der Filminhalt verlässt jedoch den direkten Bezug und transportiert den Betrachter in eine andere Welt.
In Zusammenarbeit mit dem Designer Rui Filipe ist PALM das erste Projekt dieser Art, das sich mit dem Thema Wachstum als stetigem Veränderungsprozess beschäftigt und für Ashurst Morris Crisp, München 2002 entwickelt und via Plasma- Screens in zwei Aufzügen vor Ort realisiert.
Die hermetische Abgeschlossenheit des Lifts wurde aufgebrochen durch ein virtuelles Fenster zur Außenwelt. Erwartete und sichtbare Bewegung stimmten nicht mehr überein.

Textauszug / Produktion: Michael Kugler, artmatters GmbH Frankfurt 2002

Kamera/Animation: Rui Filipe,
Post- und DVD-Produktion: mfab medienproduktion
Produktion: artmatters GmbH, Frankfurt 2002
Installation zur Büroeröffnung von Ashurst Morris Crisp, München, 21. Juni 2002

Ursprung Holz

Museum Obere Saline, Bad Kissingen / Kunst-Stationen 2009

Im Museum Obere Saline in Bad Kissingen wird die vertikale nicht endende Holzstamm-Aufzugsfahrt auf eine Wand projiziert, die direkt hinter einer geöffneten Tür liegt, die Bestandteil eines imposanten hölzernen Tores aus dem 18. Jahrhundert ist.
In ruhender Position und im Bewegen im Raum wird dem Betrachter, in Einbeziehung der vorgeführten Zeitschiene, ein neues Körper-Raum Wahrnehmen in situ eröffnet.

Paternoster

Telling a work of art – Arbeiten, die man sich erzählen kann


Bei diesem E-Mail-Projekt forderte KARIN SANDER Künstlerinnen und Künstler, Freunde und Kollegen auf, eine künstlerische Arbeit/ein Kunstwerk zu beschreiben, das ihnen persönlich sehr wichtig ist. Die Beschreibungen wurden per E-Mail gesendet und gesammelt auf einer Website vorgestellt.
www.tellingaworkofart.de (Anna Tretter, Text 27. 4. 2003 / Paternoster)

Home – Edition

HOME EDITION



Stredoslovenská galéria
Dolná 141/8- 975 90 Banská Bystrica, Slovakia
Praetorium
Author Anna Tretter, Barbora Čisáriková, Eva Koťátková, Ina Loitzl, Katarína Poliačiková, Lucia Dovičáková, Lucia Nimcová, Mira Gáberová, Miriam Bajtala, Pavla Sceránková, Svetlana Fialová, Vlasta Žáková
Curator Gabriela Kisová, Ivana Komanická

www.ssgbb.sk

Výstava Home edition prichádza s pokusom reflektovať dnešnú každodennosť, pokoj všedného života ďaleko od inštitúcií, ktorý nazývame domovom. Domov sa za posledné storočie radikálne zmenil, tak ako sa zmenil aj sociálny poriadok. Z priestoru intimity a tradičnej rodiny, ktorý je v priamom protiklade s miestom práce a inštitúciami, sa zmenil na otvorený priestor charakterizovaný rôznymi formami spolunažívania a komunikácie. […] 9. March 2011 – 5. June 2011

Phosphore

Von der Fläche in den Raum

Neuer Kunstverein Aschaffenburg


Spiegel, Dachpappe, Zinksulfid, phosphoreszierend

Anna Tretter arbeitet mit Phosphorfarbe, die tags schweflig gelb und nachts grün nachleuchtet; das nächtliche Grün wirkt durchlässig, das helle Gelb aufgetragen. Diese wird mit Scheinwerfern in bestimmten, in Zusammenhang mit der Musik stehenden Rhythmen aktiviert; entweder schwingt das An- und Abschalten mit dem Zustand der Farbe, oder das Nachleuchten erschöpft sich in längeren Dunkelphasen fast vollständig, wobei die zunehmende Sensibilisierung des Auges während der andauernden Dunkelheit zu sehr intensiver Restlichtwahrnehmung führen kann.

Katalogtext: Susanne Prinz

Raumarbeit

Kunststiftung Baden Württemberg, Stuttgart, 1992, Stipendium / Ausstellung

Latitude

FOE 156, München

Anna Tretter arbeitet mit Phosphorfarbe, die tags schweflig gelb und nachts grün nachleuchtet; das nächtliche Grün wirkt durchlässig, das helle Gelb aufgetragen. Diese wird mit Scheinwerfern in bestimmten, in Zusammenhang mit der Musik stehenden Rhythmen aktiviert; entweder schwingt das An- und Abschalten mit dem Zustand der Farbe, oder das Nachleuchten erschöpft sich in längeren Dunkelphasen fast vollständig, wobei die zunehmende Sensibilisierung des Auges während der andauernden Dunkelheit zu sehr intensiver Restlichtwahrnehmung führen kann.

Text: Susanne Prinz

Kammer-Musik  1996

Gesellschaft für Neue Musik, Festival Musik und Licht,
Podewil und Sanssouci, Berlin

Raum: Anna Tretter / Musik: André Werner

Es entsteht eine Arbeit, die den vorgefundenen Raum mittels direktem und eingefangenem Licht, sowie, durch Lautsprecher an bestimmten Positionen wiedergegebenen Klängen abtastet, ihn beschreibt und in ihm andere Räume skizziert – ihn skulptural als Innenraumkörper behandelt.
Die Wechselwirkung zwischen den vorhandenen und den entstehenden Räumen führt zu einer Verschachtelung der Wahrnehmung des ständig präsenten physischen Umfeldes und den fortwährend sich ändernden, durch das Zusammenwirken von aufscheinendem wie ver“klingendem“ Licht mit aus verschiedene Geräuschen generierten elektro-akustischen Klangstrukturen formulierten, immateriellen Konstruktionen.
Das Visuelle und das Akustische stehen und wirken einerseits für sich, entwerfen aber erst gemeinsam die erwähnten Raumkonstruktionen.
Anna Tretter arbeitet mit Phosphorfarbe, die tags schweflig gelb und nachts grün nachleuchtet; das nächtliche Grün wirkt durchlässig, das helle Gelb aufgetragen. Diese wird mit Scheinwerfern in bestimmten, in Zusammenhang mit der Musik stehenden Rhythmen aktiviert; entweder schwingt das An- und Abschalten mit dem Zustand der Farbe, oder das Nachleuchten erschöpft sich in längeren Dunkelphasen fast vollständig, wobei die zunehmende Sensibilisierung des Auges während der andauernden Dunkelheit zu sehr intensiver Restlichtwahrnehmung führen kann.
Zur Musik:
Die Dauer der Komposition beträgt 12 Minuten, sie wird in Zusammenhang mit der Lichtinstallation von einem beide Elemente verbindenden Computerprogramm immer wieder aktiviert und über 2×2 Stereokanäle wiedergegeben, und zwar so, daß der Raum – korrespondierend mit den verschiedenen Bereichen ausgeblendeten Lichtes – in wechselnde Klangzonen eingeteilt wird. Die Musik ist komponiert in Zusammenhang und unter Eindruck des Nachleuchtverhaltens der verwendeten Phosphorfarbe bzw. der Speicherung und >Wiedergabe< einer impulsartigen, intensiven Lichtzufuhr.

Konzept: Anna Tretter, André Werner

Videodokumentation KAMMER-MUSIK, Podewil, Berlin

Anna Tretter / André Werner: Kammer-Musik 1996, in: Musik und Licht, Festival,
Kat. hg. v. d. Berliner Gesellschaft für Neue Musik, S. 14-15.
Festival Musik und Licht, Podewil, Berlin / Videodokumentation
Festival Musik und Licht, Sanssouci, Berlin

Präsentationsorte

Kunstverein Neckar-Odenwald vis-a-vis, Buchen, 2017
Von der Fläche in den Raum, Neuer Aschaffenburger Kunstverein
Kunststiftung Baden Württemberg Stuttgart
Städtische Galerie, Würzburg
Latitude, FOE 156, München
Kammer-Musik, Festival Musik und Licht, Podewil, Sanssouci,Berlin, 1996
Galerie der Stadt Kornwestheim, 1994
Phosphore Neue Kunst im Hagenbucher Heilbronn, Heilbronn, 1992




Sommer Berger gARTen

Zwei permanente Installationen von Anna Tretter

12:21 / nach Hero von Alexandria 
Amorbach a. Main

Foto: Matthias Hubert

Der Garten liegt im Wald. In Amorbach auf der B 47 von Walldürn kommend nach dem Kreisel die 1. Straße rechts abbiegen und den Bahnübergang überqueren. Dann Richtung Neudorf wieder rechts ab. Nach dem Ortsausgang Richtung Neudorf am Straßenrand parken.  Nun zu Fuß zum kleinen Parkplatz links die Straße (anfangs noch geteert) in den Wald hinauf. Nach dem großen Fliegenpilz noch 200 Meter in Richtung Gotthards Ruine. Der Eingang zum Sommer Berger Garten liegt hinter der ersten Holzbank unter einer alten Eiche.

DER SOMMER BERGER GARTEN, 2000 – 2003, FLURNAME: “IM HEILIGEN“
Gartenkonzeption: U WE CLAUS & MICHAEL ELK BERGER
Ausführung: U WE CLAUS (FREE INTERNATIONAL UNIVERSITY),
Mitarbeiter: HORST STRACK, MICHAEL FÖLSCH, RALF DROLSHAGEN, ANTONIO RIZA
mit weiteren Arbeiten von ANNA TRETTER
Die Realisation dieses Gartens wurde ermöglicht durch
EVA MARIA BERGER und die Erbengemeinschaft mutter. Museum.

Der Eigentümer des Sommer Berger-gARTens ist
Michael Berger, Wiesbaden.
Kooperation mit der FIA – Freie Internationale Akademie Amorbach seit 2021. Veranstaltung 2022:

Osterspaziergang mit U We Claus

Sunday Morning

Video, Aufnahmen Sommerberger Garten, Amorbach
A walk with two video cameras bound on hip belt recording right and left side views at the same time. The images will appear side by side when projected.

„Die am Fuß des Sommerberges lebende Künstlerin verfolgte die Entstehung des Gartens bereits von einem frühen Zeitpunkt an mit lebhaftem Interesse. Aus diesem Erleben hat sie für den Garten zwei ortsgebundene Skulpturen-Installationen realisiert. Darüber hinaus ist hier ihr Film »Sunday Morning« (DVD, Loop) entstanden, der das verschlungene Wegesystem des Gartens mit zwei am Gürtel befestigten Kameras als Video-Doppel erkundet, analog zum erweiterten Gesichtsfeld eines Tieres mit seinen seitlich am Schädel positioniertem Augenpaar.“

Textauszug U We Claus

 „…  two cameras on her hips taking the right and left view along her path. The lens tries automatically to sharpen, what fails if the distance to the object is not big enough – the images blur. This video was produced with the question in mind‚how does a duck perceive its world?“
The lens tries automatically to sharpen, what fails if the distance to the object is not big enough – the images blur. This video was produced with the question in mind‚how does a duck perceive its world?“

Dorothee Bauerle-Willert

Sommer Berger gARTen

Tempo

Videoaufnahme: Zuger See / Ausstellung KONJUNKTIVA in Zug (CH)
Bearbeitung: art 3, Valence (F) 1996 / Aufenthaltsstipedium / Ausstellung

Video Tempo, Teil 1

„Calm down  
what happens  
happens mostly
without you.“

Joseph Albers

„Seit im 19. Jahrhundert die Fotografie erfunden wurde leben wir in einem ständig wachsenden Universum der Bilder, das sich durch die Einführung von Fernsehen, Video und CD-ROMs geradezu explosionsartig ausdehnt. Das ungeheure Ausmaß der Bilderflut führte allerdings nicht zu einem vollständigeren Eindruck von der Welt, vielmehr herrschen fragmentarische, unzusammenhängende Visionen vor, deren Verarbeitung es dem menschlichen Auge zunehmend schwerer macht, sich auf einzelne Motive zu konzentrieren, geschweige denn die Fähigkeit zu einer Kunst des Sehens zu entwickeln. Industrialisierung des Sehens nennt Paul Virilio dieses Phänomen einer Anpassung an die Allgegenwart einer mächtigen Wahrnehmungsindustrie und regt an, über eine Art Recht auf Blindheit nachzudenken. Analog zum Lärmschutz sollte die Ausstrahlungsintensität von Bildern eingeschränkt und die optisch Dichte unserer sinnlich wahrnehmbaren Realität begrenzt werden. Manchmal genügt es, etwas anders zu sehen, um besser zu sehen. …“

Susanne Prinz

TEMPO

Kapstadt / Lublin

Im April 1996 projizierte Anna Tretter die Bilder einer an der Uferpromenade des Zuger Sees installierten Videokamera in Echtzeit in die Ausstellungsräume der dortigen Huberte Goote Gallery. Die Kameraeinstellung blieb während des gesamten Zeitraums dieselbe.

weiterlesen Katalogtext Lublin / Kapstadt : deutschenglish Susanne Prinz

Einladungskarte

Projekt Kunst / KISS – Kunst im Schloss Untergröningen e.V.

TEMPO – Videoinstallation, 2001

Dokumentationsfotos: H.L. Henn

“ … In einem anderen, der mitunter kabinettartig eingeteilten Räume forderte eine schräg positionierte, halbtransparente Videoleinwand (Anna Tretter: TEMPO) auf, gewissermaßen um die dort schimmernde, unmerklich bewegte Wasseroberfläche herumzugehen. Ein sich allmählich auf der (Wasser=Bild-) Oberfläche ausbreitendes, gelbes Lineament zog indessen nicht die eigenen Bahnen grafisch nach, sondern die des Wellenspiels. Mit einer gewissen Wucht brach als Kontrast der Faktor Mensch in Gestalt einer im Leeren sitzenden Figur wieder ins Bewußtsein.“


Text: Gabriele Bessler, in: Kunstforum, Bd. 157 November-Dezember 2001,
p. 355, International / KISS- Kunst im Schloss Untergröningen, S. 355

TEMPORAL FLOW – A Video Installation

„… in another one of those rooms which are at times arranged in a cabinet-like way, a slantedly positioned, half- transparent video screen (Anna Tretter: TEMPO) demanded more or less to walk around the shimmering, unnoticeably moving water surface. A yellow line, gradually spreading across the image of the water surface meanwhile didn’t trace its own path graphically but those of the interaction of the waves. With full force, the factor human being made its way back into our conscience in the shape of a figure sitting in empty space in front of it.“

Translation: Annette Allwardt 2021


TOUT MES ARMES on the verge of tears

Amorbach, Valence, 1996

…auf die zitternde Oberfläche zweier überlaufender Behälter tropft ständig Wasser, jedoch asynchron auf beiden Bildschirmen, so daß die hellen Geräusche nach einer elementaren und zufälligen Komposition aufeinanderfolgen.

Colette Garraud

Projektinfo


Katalogtext von Garraud, Colette: Das Ding am Ende meines Blicks français deutsch

Katalogtext von Favier, Roland: Miroitement français deutsch

 

Präsentationsorte

Faraway Nearby Le Musée de Valence (F), 1996

Schloss Solitude, Stuttgart

Über dem Vulkan

Ohne Titel, Nr. I
Ohne Titel, Nr. II
Ohne Titel, Nr. III

Der Direktabguss von Sisal-Fussmatten in Messing entstand während der Entwicklungsphase des Kunst am Bau Projekts „Über dem Vulkan“ 1997 von Anna Tretter in Zusammenarbeit mit der Kunstgiesserei Burkhard Moser in Schweinsdorf.
Die Messinggüsse sind Unikate, als Reihe konzeptuiert und fortlaufend nummeriert.

1997-2006
Material: Messing, H / B / T: ca. 36 x 50 x 3,5 cmVK: je 3.800,- €

Ausstellung <LUSTWANDEL>, 2019, mit ausgewählten Arbeiten verschiedener Künstler der Galerie:
Gabriele Aulehla (* 1963), Oskar Kolb (1923-1998), Doro Koidl (* 1943), Willy Meyer-Osburg (1934-2005), Stefan Plenkers (* 1945), Wanda Pratschke (* 1939), Anna Tretter (*1956), Erich Werner (*1943) und anderen.

Ausstellung Lustwandel, 2019, Anna Tretter, GALERIE HANNA BEKKER VOM RATH, Frankfurt

GALERIE HANNA BEKKER VOM RATH
Lieblingswerk 2020, Braubachstraße 12, 60311 Frankfurt am Main

Übergestern –

Variables summa summarum

Rauminstallation im Kulturforum „Vis à Vis“ in Buchen / Kunstverein Neckar-Odenwald

ÜBERGESTERN –
Variables summa summarum

Rauminstallation im Kulturforum „Vis à Vis“ in Buchen / Kunstverein Neckar-Odenwald

Übergestern – Variables summa summarum ist die Unmöglichkeit, Konzepte ehemaliger Raumarbeiten an einen anderen Ort zu übertragen.
Im Vis á Vis wird es konstante Setzungen geben. Es werden aber auch mobile Gestaltungsobjekte, sozusagen noch verschlossen, in labilem Zustand positioniert.
Mit phosphoreszierenden Elementen, Videoarbeiten und Raumzeichnungen wird auf im „Repertoire“ befindliches zurückgegriffen um daraus neues prozesshaft zu entwickeln.

Der Betrachter hat die Möglichkeit an dem künstlerischen Schaffungsprozess, einem quasi „würfeln und zusammensetzen“ und weitergehen, das „Gegenüber“ bespiegelnd, teilzunehmen.


Neuentdeckung eines Raumes

Kunstverein Neckar-Odenwald 2017: Saisoneröffnung mit der Amorbacher Künstlerin Anna Tretter

Buchen. Lange schon war es ein Wunsch des Kunstvereins Neckar-Odenwald, die 1956 in Kirchzell geborene und in Amorbach lebende und arbeitende Künstlerin Anna Tretter mit ihrer sehr eigenen Kunstposition zu präsentieren. Nun wird sie gleich mit zwei Ausstellungen vertreten sein und die Kunstvereinssaison 2017 mit einer Rauminstallation im Kulturforum „Vis à Vis“ in Buchen eröffnen. „Übergestern – variables summa summarum“ lautet der Titel der Präsentation.
Es bedurfte mehrere Wochen dauernden Prozesses des Wahrnehmens und Analysierens von gegebenen Raumstrukturen, ehe sich die Künstlerin für die minimalistische Positionierung bei ihrer Installation im Buchener Kulturforum entschied. Aus der zunächst geplanten Retrospektive ihrer Arbeiten ergab sich eine spezifisch auf das „Vis à Vis“ konzipierte vielschichtige Raumarbeit, die eben nur in diesem Kontext Bestand hat. Tafelbilder, eine Skulptur, Objekte, eine Videoinstallation und Licht kommen zum Einsatz und bilden im Zusammenspiel mit dem Raum eine neue künstlerische Formulierung.

Auszug aus dem Pressetext / Fotos: Ulrike Thiele / Kunstverein Neckar-Odenwald

Vernissage / Künstlergespräch /

Finissage / Buchen. Der Kunstverein Neckar-Odenwald präsentiert noch bis zum 21. Mai die 1956 in Kirchzell geborene und in Amorbach lebende und arbeitende Künstlerin Anna Tretter mit ihrer sehr eigenen Kunstposition. Zunächst als Retrospektive geplant, hat Anna Tretter eine rauminstallative Arbeit unter dem Titel „Übergestern – variables summa summarum“ speziell für das Kulturforum Vis à Vis entwickelt. Anna Tretter greift mit ihrer künstlerischen Arbeit in die Geometrie des Orte ein, gibt diesem andere Strukturen, schafft Verbindungen und Durchdringungen von Architektur und Raum. Im Vis á Vis kommen Tafelbilder, eine Skulptur, Objekte, eine Videoinstallation und Licht zum Einsatz und bilden im Zusammenspiel mit dem Raum eine neue künstlerische Formulierung oder eine Art „Zustandsbeschreibung des Raumes“.

Vernissage Kunstverein Neckar-Odenwald, Buchen

Bilder von der Ausstellung, Kunstverein Neckar-Odenwald, Buchen

Original-Video Line
Objekte / Werke

unterwegs sein. Von Košice nach Medzilaborce

und über andere unbekannte Orte

Ausstellung im Löffler Museum, Košice, Slowakei, 2005, Multimedia Installation / Fotos, Aufzeichnungen, Notate

„Zeichnen ist mit minimalsten Aufwand Ideen in Bilder zu transformieren. Die Hand, bzw. der Stift wird hier zum direkten medialen Ausdrucksmittel körperlicher Bewegtheit.“

„Anna Tretters Arbeiten entstehen heute oft im Transit, unterwegs, an fremden Orten. Der Raum der Kunst war schon in ihren früheren skulpturalen Untersuchungen im Zentrum, nun ist es, als ob ihr Raum sich immer mehr weitet und diese Erweiterungen finden in ihrem vielschichtigen Werk auf ganz verschiedenen Ebenen, in verschiedenen Medien ihre Form.“ weiterlesen im Text von Dorothée Bauerle-Willert / Translation / Preklad

Gefördert durch das Goethe Institut Bratislava

Kurator: Peter Tajkov, Löffler Museum Košice, Slowakei 2005

Peter Tajkov: Z Kosic do Medzilaboriec… a o inych neznamych miestach, in: ARCH 4, o architekture a inej kulture, rocic 10, cisla 4, april 2005, Sk

verOrten. de-konstruiert

5. Landesweite Tagung der Architektinnen in Baden-Württemberg, 22.Juni 2001, Haus der Architektur, Stuttgart

Die kleinen Häuser der Bushaltestellen

Vortrag: “Reale und virtuelle Räume – Herausforderungen an unsere Wahrnehmungen“

Ausstellung / Bilderprojektion auf Drehbühne, schwarzweiß Fotos an der Wand

Podiumsdiskussion: verOrten.de-konstruiert – Was kann das für uns Architektinnen bedeuten?


„… Auch wenn die Auswahl der Ausstellung eher den Umständen entsprechend erfolgte, so hat sie doch viel mit unserer Fragestellung des Verortens zu tun. Die Bushaltestellen, Orte des Wartens, aber auch des Schutzes und vielleicht auch Orte der Verlassenheit gehören im Alltag von vielen Frauen zu besonders mit Gefühlen besetzten Räumen. Vielleicht hatten sie heute morgen, als sie durch die Ausstellung diesen Raum betreten haben, schon die eine oder andere besondere Wahrnehmung dabei in Ihrer Auseinandersetzung mit dem Raum und der Bewegung im Raum ergeben sich bei Anna Tretter natürlich immer wieder Ansatzpunkte zu unserer Arbeit als Architektinnen.
In ihrem Umgang mit Licht, Schatten, Bewegung und Spiegelung schafft sie mit Reduzierung und Minimalisierung erstaunliche Veränderungen der Wahrnehmung. In ihrem Vortrag ‚reale und virtuelle Räume – Anforderungen an unsere Wahrnehmungen‘ wird sie uns davon jetzt einen Eindruck geben. …“ (Textauszug)

Text Odile Laufner

DAB 9/2001 Baden-Württemberg, Hubert Schmittler:

…Der Umgang mit Orten wird von der Künstlerin Anna Tretter ins Bild gesetzt. Transportierte und transportable Orte, im Zusammenhang und losgelöst von Ort und Zeit bilden die Kernsätze ihrer sehr inspieriert vorgestellten Projekte zum Thema. Die Ausstellung vor Ort wurde von den TagungsteilnehmerInnen mit geschärfter Wahrnehmung betrachtet.

VerOrten mitgebrachter Orte vor Ort, zu diesem Thema hatten die TeilnehmerInnen Wunsch-, Lieblings- und Traumorte – real oder virtuell – mitgebracht. Spielerisch wurde hier de-konstruiert, persönliche Wahrnehmung, Sehgewohnheiten und Wertesysteme veranschaulicht.

In einer Podiumsdiskussion wurden die Gedankengänge des Tages zum Thema verOrten.de-konstruiert und die verschiedenen Anregungen zusammengeführt. Zentraler Kern bildete der Gegensatz zwischen der persönlichen Wahrnehmung der eigenen Orte und dem Wiederfinden im gesellschaftlichen Raum.

Vogelflug


Das Mysterium Flug

Installationsplan

„Sie fliegen im Bogen gegen den Wind und rufen dadurch einen nach außen gerichteten Trägheitswiderstand hervor, indem sie die Flügelflächen schräg stellen, ähnlich wie ein Radfahrer in einer Kurve seine Körperachse nach innen neigt… Wie beim Flug durch Flügelschlag oder beim Gleitflug die Luft unter den Flügeln die Flügelenden aufdreht, so dass sie gleichzeitig Vortrieb und Auftrieb liefert, so wird auch hier beim Segelflug der Luftdruck des Windes in der Hauptsache zum Vortrieb verwendet. Während die Segler also im Bogen gegen den Wind fliegen, vermehren sie ihre Geschwindigkeit. Nun sind sie in der Lage, sich von dem Druck der ihnen entgegen kommenden Luft in die Höhe heben zu lassen. Ihre lebendige Kraft ist es also, die ihnen in der Luft den Halt gibt.“

Aus „Vogelflug und Flugmaschinen“ von Dr. Oskar Prochnow, Leipzig, 1910



Das exponierte Tier Animalische Koexistenzen

Kunstverein KISS, Kunst im Schloss Untergröningen e.V. (AdKV), Temporäres Museum, 2007

Wir betreten einen Raum, mit einer unbestimmten Atmosphäre. Unter der Decke ziehen Tauben langsam ihre Runden. Bildverschiebungen und Verkürzungen des Bildabstandes lassen die Vögel größer und näher erscheinen. Eine gerundete Ecke des Ausstellungsraumes ist die Andockstelle für den Ablauf. Die Videoaufnahme vom Flug der Tauben, wird auf einen über dem Projektor hängenden und sich drehenden Spiegel ausgerichtet und läuft dadurch an den Wandflächen entlang durch den Raum. Anna Tretter inszeniert den endlosen Vogelflug, dessen genuine Technik ein ebenso endloser Traum bleibt.

Katalogtext: Otto Rothfuss und Margarete Rebmann in: <Das exponierte Tier Animalische Koexistenzen>, 2007, Kunstverein KISS, Kunst im Schloss Untergröningen e.V. (AdKV), Temporäres Museum, Ausstellungskatalog S. 52

Dokumentation KISS , Kunst im Schloss Untergröningen e.V. (AdKV), Temporäres Museum



Kunst privat!

Einfallsreich, Wiesbaden, 2008

Einfallsreich, Wiesbaden

„Ein Vogelschwarm, der im geschlossenen Raum im Kreis fliegt, löst widersprüchliche Assoziationen aus, wie etwa die an Freiheit und ihr Gegenteil. Der Bezug zu Eingrenzung entsteht nicht nur durch die Projektion des unbegrenzten Himmels an die begrenzte Zimmerdecke. Vielmehr wird die Vorstellung eines unbegrenzten Raumes regelmäßig konterkariert durch die Hochspannungsleitungen, die wie Notenlinien den freischwebenden Tönen einen Platz zuweisen.

Per Video zeigt Tretter das Überwinden großer Entfernungen quasi im Zeitraffer: Vögel legen weite Strecken zurück – im Lauf eines Jahres oder ihres Lebens aber immer wieder dieselben. Daher ist die Idee, sie im geschlossenen Raum im Kreis fliegen zu lassen, vielleicht ein Bild des Gefangenseins, aber nicht im räumlichen Sinne von Käfig, sondern eher im Sinne der Abhängigkeit von kreatürlichen Instinkten. Um die Verbindung zum eingangs erwähnten Topos der Entfernung zu herzustellen: Die Endlosschleife an der Decke ist die in einem Vogelleben zurückgelegte Entfernung im Zeitraffer.“

Textauszug: Charlotte Lindenberg in <Führung durch Kunst privat!>, 2008, bei einfallsreich, Wiesbaden

kunstistrichtig (Instagram) Vogelflug 2008



Vogelflug

Kunstverein Neckar-Odenwald, Mosbach

Vernissage Kunstverein Neckar-Odenwald, Mosbach.

Die Videoprojektion des endlosen Vogelflugs nimmt in der Mitte des Ausstellungsraumes seinen Ausgangspunkt. Mittels eines über einem Projektor hängenden und sich drehenden Spiegels kann die Projektion wand- und bodenlängs entlanggleiten und den Raum durchrunden.
Mit dieser Multimedia-Installation von Anna Tretter, mit deren Arbeit die Ausstellungssaison in Buchen auch beginnt, endet das Kunstjahr 2017 des Kunstvereins, am 04.11.2017 mit einer „Gesamt-Finissage“.
Pressetext: Harald Kielmann / Ulrike Thiele, Dokumentationsfotos: U. Thiele

VOGELFLUG 2012, Siebdruck auf Plexiglas im Alurahmen, freischwebend,
50 x 50cm, Auflage 10, signiert, numeriert. Verkaufspreis: je 600,- €

Bilder von der Projektion in der Ausstellung, Kunstverein Neckar-Odenwald, Mosbach / Dokumentationsfotos: Bea Kolbašovská

Original-Video Vogelflug
Video, loop. Videoaufnahme mit Tauben von Claude Jastrzebski, Amorbach, 1997

Vogelflug, Video


DVD, loop. Videoaufnahme mit Tauben von Claude Jastrzebski, Amorbach, 1997

Das Mysterium Flug

„Sie fliegen im Bogen gegen den Wind und rufen dadurch einen nach außen gerichteten Trägheitswiderstand hervor, indem sie die Flügelflächen schräg stellen, ähnlich wie ein Radfahrer in einer Kurve seine Körperachse nach innen neigt… Wie beim Flug durch Flügelschlag oder beim Gleitflug die Luft unter den Flügeln die Flügelenden aufdreht, so dass sie gleichzeitig Vortrieb und Auftrieb liefert, so wird auch hier beim Segelflug der Luftdruck des Windes in der Hauptsache zum Vortrieb verwendet. Während die Segler also im Bogen gegen den Wind fliegen, vermehren sie ihre Geschwindigkeit. Nun sind sie in der Lage, sich von dem Druck der ihnen entgegen kommenden Luft in die Höhe heben zu lassen. Ihre lebendige Kraft ist es also, die ihnen in der Luft den Halt gibt.“

„Vogelflug und Flugmaschinen“ von Dr. Oskar Prochnow, Leipzig, 1910
2017Kunstverein Neckar-Odenwald, Mosbach
Neue Kunst im Hagenbucher, (Initiatorin: Mechthild Bauer-Babel), Heilbronn
2014Ausstellungsprojekt Luft, Krummwiese Amorbach, Veranstalter J&S Schulz Stiftung
2008Kunst privat! einfallsreich, Wiesbaden
2007Kunstverein KISS, Kunst im Schloss Untergröningen e.V. (AdKV), Temporäres Museum, Video
Präsentationsorte


Warhola

Vom Andy Warhol Museum in Medzilaborce nach Mikova 2006-2007, Ostslowakei

Web-Art Projekt: Anna Tretter, spacem.at / Flashanimation: Anna Tretter, Carolyn Krüger

Präsentationswand Warholmuseum in Medzilaborce / Im 12 Sekundentakt aus dem Bus heraus ein Bild, gesamt 159 Stück. In einer entsprechenden Anzahl, die ausreichend ist, im Postkartenformat die vorgegebene Wandbreite seriell zu füllen

Mikova ist der Geburtsort von Andy Warhols Eltern. Der Ort liegt im Osten der Slowakei, ca. 15min von Medzilaborce entfernt, wo sich heute das Andy Warhol Museum befindet. Andy ist bereits in Pittsburgh geboren, hat Mikova nie gesehen, aber darüber viel gehört.
Als sein Bruder John ihm erzählte, er wolle in die Slowakei fahren, sagte er ihm er solle so viele Fotos wie möglich machen.


Gemeinsam mit www.spacem.at wird eine Photoserie geschaffen, eine geplantes Ausstellungskonzept für das Andy Warhol Museum in Medzilaborce, wo seit Juni meine Bushaltestellenanimation durch einen Fernseher läuft.
Vor der Hauptwand soll die Intervention stattfinden: dort hängen zahlreich aufgereiht, auf einer Kunsttapete von Andy Warhol bekannte Siebdrucke von ihm.


Davor sollen zukünftig unsere Fotoaufnahmen von der Strecke zwischen Medzilaborce und Mikova platziert werden. In einer entsprechenden Anzahl, die ausreichend ist, im Postkartenformat die vorgegebene Wandbreite seriell zu füllen, um der schon vorhandenen Verdoppelung zu begegnen und um sie mit einer weiteren Ebene herauszufordern (zu bieten).
Im 12 Sekundentakt aus dem Bus heraus ein Bild, gesamt 159 Stück.

In Bälde sollen diese, nicht wie gemeinsam geplant, davor real installiert werden, sondern als Web-Art Projekt bearbeitet und auf der dortigen Museums Site erscheinen, frei schwebend animiert, nun ohne Halterkonstruktion möglich, im virtuellen Raum.
Der Situation zugeordnet einmal gesehen, haben sich die Bilder dem Betrachter nachhaltig eingeprägt und sind in ihm vor Ort erinnernd abrufbar.

Mehr zu Kleine Häuser
Gemeinsam mit ihr, dem slowakischen Bildhauer Juraj Bartusz und dem amerikanischen Komponisten Phil Niblock sind wir von Košice ins Andy-Warhol-Museum nach Medzilaborce gereist.
weiterlesen in Text von Michal Murin

Wehrwasser

Videoaufnahme, Mühlbach, görbelheimer mühle friedberg, 1999

gezielte blicke
galerie & edition hoffmann, görbelheimer mühle friedberg

Dokumentationsfotos: Wolfgang Lukowski
Raumplan – galerie & edition hoffmann, görbelheimer mühle friedberg, erdgeschoss

„Alle Wetter. Das Wasser fließt wirklich bergan. Beziehungsweise: die Wand hinauf. Sprudelt vom Boden der mächtigen Balkendecke entgegen, als stemmten sich die Naturkräfte gegen die Architektur des alten Mühlengebäudes.
Solche Wunder sind selbst in der Görbelheimer Mühle, vom Abbruchhaus zur renommierten Galerie gewachsen, nicht ganz alltäglich. Die Videokunst und Malerei der Anna Tretter verwandeln das Haus derzeit in ein Kabinett staunenswerter Kunststücke – zum Beispiel eben jene Projektion, die den hinterm Haus rauschenden Mühlbach – die Wetter daselbst – gleichsam ins Haus umleitet und als Videobild über Boden und Wand fließen läßt. Nur eben: bergauf.“

aus Thomas Wolff WETTERLEUCHTEN
deutsch english

gezielte blicke (pdf)

Videodokumentation
gezielte blicke – galerie & edition hoffmann, görbelheimer mühle friedberg, erdgeschoss

Schlossräume
Museum Schloss Hardenberg, Velbert-Neviges

Dokumentationsfoto: Anna Tretter
Museum Schloss Hardenberg, Velbert-Neviges

„… Auch Anna Tretter geht bewusst weg von der Wand als einer »ästhetischen Kraft« und projiziert ein »Lichtgemälde« an die Decke, Wasser, rückwärts fließend und in Zeitlupe. Naturgesetze werden mit Hilfe der Videotechnik auf den Kopf gestellt, der Raum und sein Inventar, Flügel und mit Spiegel bestückte Notenständer, zu Reflexionsflächen dieser Natur-Schau.“

aus Heiderose Langer: DER RAUM DER KUNST

Videodokumentation, Museum Schloss Hardenberg, Velbert-Neviges, 2000
Deckenprojektion / Reflexionsflächen via Notenständer (polierter Edelstahl)

Wehrwasser Installationen

Der Raum der Kunst

Museum Schloss Hardenberg, Velbert-Neviges, Schlossräume – Anna Tretter 2000
– Videoinstallation –
Notenständer, Spiegel

Wehrwasser - Installation von Anna Tretter, 2000
Wehrwasser – Installationsansicht

„… Auch Anna Tretter geht bewusst weg von der Wand als einer »ästhetischen Kraft« und projiziert ein »Lichtgemälde« an die Decke, Wasser, rückwärts fließend und in Zeitlupe. Naturgesetze werden mit Hilfe der Videotechnik auf den Kopf gestellt, der Raum und sein Inventar, Flügel und mit Spiegel bestückte Notenständer, zu Reflexionsflächen dieser Natur-Schau. Der Betrachter tritt in die immateriellen Bilder ein, entdeckt sich selbst als vielfaches Spiegelbild im rauschenden Wasser. Eingetaucht in diese virtuellen Welten, fällt es schwer, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Verschiedene, Identität konstituierende und befragende Vorgänge, wie Spiegelungen und Projektionen, machen zudem den veränderten gesellschaftlichen Umgang mit Körper und Identität deutlich. Identität ist heute etwas Fließendes, sich ständig Veränderndes, bedeutet Leben im Übergang zwischen verschiedenen Lebensformen. Natur, auch die des Menschen, weicht artifiziellen Produkten.“

Katalogtext: Heiderose Langer

Wehrwasser Video

Gezielte Blicke

Wehrwasser, Installation, Görbelheimer Mühle, Friedberg, 1999
Wehrwasser, galerie hoffmann, Friedberg 1999, Görbelheimer Mühle

„Alle Wetter. Das Wasser fließt wirklich bergan. Beziehungsweise: die Wand hinauf. Sprudelt vom Boden der mächtigen Balkendecke entgegen, als stemmten sich die Naturkräfte gegen die Architektur des alten Mühlengebäudes.
Solche Wunder sind selbst in der Görbelheimer Mühle, vom Abbruchhaus zur renommierten Galerie gewachsen, nicht ganz alltäglich. Die Videokunst und Malerei der Anna Tretter verwandeln das Haus derzeit in ein Kabinett staunenswerter Kunststücke – zum Beispiel eben jene Projektion, die den hinterm Haus rauschenden Mühlbach – die Wetter daselbst – gleichsam ins Haus umleitet und als Videobild über Boden und Wand fließen läßt. Nur eben: bergauf.
Spiegelungen, Brechungen und Kontraste bestimmen die Strategie der Künstlerin – gleich, in welchem Medium sie arbeitet. Doch geht es ihr nicht bloß um den pittoresken Effekt, um die gelungene Irritation. Die Video-Installation in der Mühlenkammer ist dafür ein Prachtbeispiel.
Zum einen bietet die Videotechnik Tretter das ideale Medium, um das Wesen des Wassers bildlich zu repräsentieren. Das Fließen in der Zeit, das Schillern der Lichtreflexe an der Oberfläche: Dies verbindet sich schlüssig mit den Charakteristika des Mediums Video; Künstler wie Fabrizio Plessi und Nam June Paik haben dies mit ihren elektronischen Bilderflüssen eindrucksvoll bewiesen. So verwandelt auch Tretter das Wasser in ein entstofflichtes Flirren, in helle Reflexe, die als monumentales Lichtgemälde durch den dunklen Mühlenraum irrlichtern.
Das alles erfüllt die Kammer mit romantisch anmutendem Pathos. Aber Tretters Kunst will noch mehr. Präzise Eingriffe öffnen dem Betrachter weitere Bildebenen, neue Perspektiven. Exakt im Raum ausgerichtete Spiegel; Leucht-Displays mit leicht verzerrten Standfotos des Flüßchens; eine zweite Videoeinblendung über der ersten, wie ein zusätzliches Fenster, das den wandfüllenden Rauschebach mit dem Bild eines stilleren Abschnittes der Wetter überlagert.
So leistet Tretters Maßarbeit – stets exakt an den Proportionen und der Atmosphäre des Raumes ausgerichtet – mehr, als nur einen dramatischen Effekt zu liefern. Wie in ihrer Malerei und in ihren Plastiken schafft sie auch in ihrem Videoraum spannungsreiche Beziehungen: zwischen Raum und Fläche, Innen und Außen, zwischen Natur, Kultur und Technik. Und manchmal fließt dann sogar Wasser bergan.“

Thomas Wolff Wetterleuchten – Anna Tretters Lichtkunst in der Görbelheimer Mühle
Frankfurter Rundschau vom 11. 6. 1999
Videoinstallation Wehrwasser  Görbelheimer Mühle, Erdgeschoss
Dokumentationsfotos: Wolfgang Lukowski
2-teilige Videoinstallation Wehrwasser Görbelheimer Mühle,
2-teilige Videoinstallation Wehrwasser  Görbelheimer Mühle, Erdgeschoß
Dokumentationsfotos: Wolfgang Lukowski
Erdgeschoss, Dokumentationsfotos: Wolfgang Lukowski

Raumplan

Raumplan, Erdgeschoss,
Dokumentationsfotos: Wolfgang Lukowski
galerie hoffmann, Raumplan, Installation

siehe auch Wehrwasser Video

ZIVILCOURAGE Erich Everth

ein Essay


von Anna Tretter & Lothar Möschel, 2011

10×10  See You There
EUROPEAN CULTURE CONGRESS, WROCLAW / POLAND

Four Domes Pavilion, 8.-11.09. 2011, Multimediainstallation / Video

Curated / Text by: Ivana Komanická, European Culture Congress, Breslau, Pl

In the context of the 10×10 project, Ivana Komanická, a philosopher and art theorist based in Košice, Slovakia has invited to her exhibition artists from Central European countries: Slovakia, Hungary, Germany and Austria.

Anna Tretter will show the archive of a forgotten Weimar Republic intellectual Erich Everth whose theoretical work on the Media were reflected in his open critique of Nazism as a journalist and will speak to his great-grand son Tammo Seppelt.

Text to exhibition 10×10 EU Kongress in Breslau Komanická, Ivana: See You There